Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie gehört heute zu den alternativen Behandlungsmethoden. Die Lehre der Homöopathie wurde vor ca. 200 Jahren vom Erfinder Samuel Hahnemann mit folgenden Worten beschrieben: "Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt." Demnach wird ein homöopathisches Mittel so ausgewählt, dass ein gesunder Mensch ähnliche Symptome erfahren würde, wie die Krankheitssymptome, an denen der kranke Mensch bereits leidet. Dabei wird der persönliche Charakter und der jeweilige Gemütszustand des Patienten detailliert in die Arzneimittelsuche einbezogen. Einer alten indischen Weisheit zufolge sagt man: "Nimm einen Dorn um einen Dorn aus dem Finger zu entfernen und wirf beide danach weg." Dieser Gedankenansatz wird ebenfalls in der Homöopathie verfolgt. So wird bei brennenden und juckenden Hautausschlägen zum Beispiel Urtica -die Brennnessel- gegeben.

Vielfältiger Einsatz homöopathischer Mittel

Theoretisch kann Homöopathie überall dort eingesetzt werden, wo ein Heilungsprozess vom Organismus erwartet wird. Knochenverletzungen und chirurgisch notwendige Maßnahmen gehören nicht dazu. Dennoch kann bei einem Knochenbruch ein homöopathisches Mittel neben der eigentlichen Behandlung zur Förderung der Selbstheilungskräfte eingesetzt werden. In der Gesamtheit aktiviert und fördert die Behandlung mit homöopathischen Mitteln die Selbstheilungskräfte des Körpers. Je tiefgreifender Krankheiten jedoch sind, umso mehr erfordert die Behandlung ein genaues Wissen und viel Erfahrung um das entsprechende Arzneimittelbild des Patienten zu erkennen.

Potenzen in der Homöopathie

Homöopathische Mittel werden mit der Potenzierung und Verschüttelung hergestellt. Beide Vorgänge sind notwendige Maßnahmen im Herstellungsprozess. Dabei wird mit einer Urtinktur ausgehend das Mittel in einem Verhältnis von 1:9 (D-Potenzen) oder 1:99 (C-Potenzen "verdünnt" bzw. potenziert. Die Potenzierung verlangt eine darauf folgende Dynamisierung, das bedeutet, das Mittel wird unter bestimmten Gegebenheiten "verschüttelt". Aus dem einmaligen Vorgang einer Urtinktur im Verhältnis 1:99 entsteht die Potenz C1. Die C1 Potenz dient als Grundlage für die nächste Potenzierung, in der genauso verfahren wird und man die Potenz C2 erhält. Stufenweise werden auf diese Art alle Potenzen hergestellt.
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Homöopathische Mittel

Aus jedem Stoff, der bei einem Menschen Krankheitssymptome auslöst, kann im Grunde ein homöopathisches Mittel hergestellt werden. Mittlerweile gibt es über 1600 verschiedene Mittel weltweit. Homöopathische Mittel, die beispielsweise häufig Verwendungen finden, sind:

Kritische Stimmen zur Homöopathie

Die Homöopathie wird daran kritisiert, dass die Mittel im Grunde genommen keine ursprünglichen Atome aufgrund der hohen Potenzierung mehr haben und aus wissenschaftlicher Sicht deshalb nicht wirken können. Da der entsprechende Beweis fehlt, wird hier von einem Placebo Effekt gesprochen. Des Weiteren wird der zweite wichtige Grundsatz der homöopathischen Lehre bezweifelt, der besagt, dass hochpotenzierte Mittel wirkungsvoller seien als ihre Urtinkturen. Die Wissenschaft bestreitet diesen Grundsatz, weil nach ihrer Auffassung die geringere Konzentration eines Stoffes eine ebenfalls geringere Wirkung hervorruft.

Nebenwirkungen

In einer Befragung von deutschen Personen der IfD Allensbach gaben 65 Prozent an, dass homöopathische Arzneimittel kaum Nebenwirkungen haben.
Quelle: IfD Allensbach
eBook Homöopathie