Arsenicum album

Deutsche Bezeichnung: Arsenoxid

Stoffart: Arsenverbindung

Typische Potenzen: D6 - D12

Arsenicum album, weißes Arsenik, wird aus dem Mineral Arsenopyrit gewonnen. Dessen beim Rösten frei werdende Arsen-Anteile bilden mit dem Sauerstoff der Luft ein Gas, welches sich zu weißem, geruchlosem, hochgiftigem Pulver verdichtet. Dieses galt bereits in der Antike als zuverlässiges Mordmittel und konnte bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht nachgewiesen werden. Als wohl berühmtestes Opfer einer Arsenikvergiftung gilt Napoleon: sein Tod ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf die mit Arsenik geweißten Tapeten im Exil auf Elba zurückzuführen, die unter Einwirkung der feuchten Seeluft giftige Dämpfe freigaben. Noch heute existiert in Frankreich der Begriff "Erbschaftspulver" für die hochgefährliche Arsen-Verbindung.

Doch Arsenik kam auch als Stimulans-Mittel zum Einsatz: schon im Mittelalter fand es in geringen Gaben als leistungssteigerndes Tonikum Verwendung. Nachdem bekannt wurde, das winzige Mengen des Giftes den Appetit anregen und das Haar glänzend erscheinen lassen, wurde es auch abgemagerten Pferden verabreicht, um ihnen vor dem Verkauf ein gesundes Aussehen zu verleihen. Im 19. Jahrhundert erlangte Arsenik unter dem Namen "Hittrach" oder "Hüttenrauch" bei zahlreichen Bergbauern und Waldarbeitern, aber auch bei vereinzelten besser gestellten Damen neuen Kultstatus als Kräftigungsmittel.

Anwendung von Arsenicum album


Eine ganz ähnliche Bedeutung kommt stark potenziertem Arsenik innerhalb der Homöopathie zu: hier findet es vor allem bei bis zur Ohnmacht entkräfteten Patienten Anwendung, die über plötzliche Schwäche, Brechdurchfälle, Magen-Darm-Probleme und "wie Feuer brennende" Körperpartien klagen.

Die Beschwerden treten periodisch auf und verschlimmern sich in entsprechendem Rhythmus; sie werden zwischen 1:00 und 3:00 Uhr morgens, durch Kälte und kalte Speisen sowie Alkohol und körperliche Anstrengung gesteigert. Trotz der als heiß empfundenen Körperteile wirken Wärme und warmes Essen sowie Gesellschaft und Liegen mit hochgelagertem Kopf lindernd.

Erscheinungsbild von Arsenicum album


Arsenicum-Patienten sind sehr ordentliche, pünktliche Menschen mit Hang zum Perfektionismus. Sie besitzen eine hohe Intelligenz und zeigen diese gern, indem sie andere zu Recht weisen. Ihre Haut ist von vornehmer Blässe; ihre Gestalt schlank und ihr Auftreten modebewusst. Arsenicum wirkt immer ängstlich, getrieben und ruhelos; bei ständigem großem Durst nimmt er stets nur kleine Mengen in kleinen Schlucken zu sich.

Darreichungsformen von Arsenicum album


Wegen seiner starken toxischen Wirkung ist Arsenicum in allen Potenzen unter D6 verschreibungspflichtig; die häufigsten Anwendungen findet es zwischen D12 und D30.

Anwendungsgebiete in der Übersicht

AnwendungsgebietBeschwerden/Symptome
Ängstetief sitzende Angst und Mutlosigkeit. Vor allem Angst vor Krankheit und Tod, vor Einsamkeit und Armut.
Appetit, vermindertAppetitlosigkeit mit Abmagerung bzw. Gewichtsverlust häufig verbunden mit starkem Durst.
DurchfallBrechdurchfall in Verbindung mit kaltem Schweiß und großem Durst. Auch bei leichter Lebensmittelvergiftung (vor allem bei Fisch und Fleisch). Patient fühlt sich erschöpft und zittrig.
Durst, großauf warme Getränke, die in kleinen Schlucken getrunken werden. Der Mund fühlt sich trocken an.
Erschöpfung/ Schwächestarke Erschöpfung und Müdigkeit mit dem Gefühl der Hinfälligkeit, jede noch so kleine Anstrengung wird als zuviel empfunden. Auslöser ist häufig eine Krankheit mit Durchfall oder Erbrechen. Man fühlt sich zittrig und hat einen blassen Teint.
Gürtelrosemit dunkelroten Bläschen und sehr heftigen, brennenden, schießenden Schmerzen, die vor allem nachts nach Mitternacht stärker werden. Patient fühlt sich schwach, ängstlich und unruhig, verspürt häufig Durst, kann aber nur in kleinen Schlucken trinken. Besserung durch Wärme.
Verschreibungspflichtig bis einschließlich D3.
Hautausschlag/ Ekzem, eher trockenbei trockenen Ekzemen und Herpes. Hautausschläge mit trockener Haut und starkem Abblättern, die brennen und jucken. Besonders für Patienten, die unruhig, erschöpft und dabei rastlos und ängstlich um ihre Gesundheit besorgt sind.
Heuschnupfen/ allergischer Schnupfenbrennender, wund machender Fießschnupfen bei verstopfter Nase. Patient niest häufig, weil die Nase juckt. Die Augen tränen und fühlen sich heiß an.
Lippenherpesheftig brennende Bläschen an den Lippen die immer wiederkehren und schnell trocknen. Die betroffene Haut ist rau und schält sich. Häufig ausgelöst durch eine ernsthafte Grunderkrankung mit großen Erschöpfungsgefühlen schon bei geringen Anstrengungen. Verschlimmerung nachts und bei Kälte.
Verschreibungspflichtig bis einschließlich D3.
Ruhelosigkeitmit Anspannung und großer Angst bis zu Panikattacken hauptsächlich in den frühen Morgenstunden.
Schlafstörungenmit großer Unruhe, begleitet von Angst z. B. vor Einbrechern und Tod.
Schnupfenbei Schnupfen und Heuschnupfen mit wässrigem scharfem Nasensekret und wunder Oberlippe.
Übelkeit und Erbrechenzusammen mit Durchfall, Brechdurchfall, aber nach kalten Getränken, nach Saurem, Früchten oder Eiscreme. Dabei Gefühl von Erschöpfung und Schwäche.
Verbrennungenbei brennendem Schmerz und beginnender Schwellung.
Verdauungsstörungen/ Magenverstimmungmit Erbrechen und Durchfall, weil Fisch, Saures, Früchte und kalte Getränke nur schwer verdaut werden. Auch bei Brechdurfall durch verdorbene Nahrung. Haufig mit kaltem Schweiß, Zittern und großem Durst.

Verbesserung:

  • Bewegung
  • Liegen mit erhöhtem Oberkörper
  • Wärme

Verschlechterung:

  • Kälte
  • Kaltes Essen und Getränke
  • Kaltes Wetter
  • Liegen auf der rechten Seite
  • Nach Mitternacht, bis zwei oder drei Uhr
  • Nachmittags bis 15 Uhr
  • Nasses Wetter
  • Stress

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt!


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