Cactus

Deutsche Bezeichnung: Königin der Nacht

Stoffart: Pflanze

Typische Potenzen: D1 bis D12, Urtinktur

Die Königin der Nacht gehört in die Familie der Kakteen und wächst auf den Antillen sowie in Mittelamerika. Sie entwickelt bis zu 5 m lange Klettertriebe mit großen, imposanten weißen Duftblüten, die im Sommer für nur eine Nacht voll erblühen. Stängel und Blüten, die zur Herstellung der homöopathischen Arznei verwendet werden, enthalten u.a. Flavonoide, Glycoside und Harze.

Anwendung von Cactus

Die Königin der Nacht gilt neben Digitalis als wichtiges homöopathisches Herzmittel. Es wird verabreicht bei Angina pectoris und Herzentzündungen (Endokarditis, Myokarditis, Perikarditis) sowie bei Durchblutungsstörungen. Cactus ist ein erfolgreiches Mittel zur Behandlung von Herzneurosen / -angst. Es wirkt ausgleichend auf die Herzfrequenz. Man gibt es auch bei Menstruationsbeschwerden und Eierstockentzündungen.

Erscheinungsbild von Cactus

Die Patienten sind empfindsam, oft trauriger Stimmung, halten sich für unheilbar krank und dem Tode geweiht. Sie stehen ungern im Vordergrund, sind leise, reagieren empfindlich auf Geräusche. Im Gesicht sind sie blass-bläulich, frösteln häufig am ganzen Körper. Typisch für Cactus sind stechende Schmerzen und das Empfinden von Eingeschnürtsein. Auf Liebeskummer reagiert der Cactus-Mensch mit Herzstolpern. Er ist schnell atemlos beim Treppensteigen, entwickelt einen harten, schnellen Puls, hustet schleimig, oft mit Blutbeimengung.

Der Brustkorb fühlt sich so eingeschnürt an, dass Sprechen unmöglich ist, mit Stichen vom Zwerchfell in die Brust hinein. Die Schmerzen wandern vom Brustbein zwischen die Schulterblätter. Es kommt zu erhöhtem Blutandrang in den Kopf. Man kann nicht schlucken, weil die Speiseröhre verengt scheint. Urin geht tröpfelnd und brennend ab, hat die Farbe von Stroh. Die rechte Gesichtshälfte schmerzt stechend wie bei einer Trigeminus-Neuralgie, zunehmend bei Aufregung, Geräuschen und hellem Licht.

Arme und Beine sind schwer, man kann keine langen Strecken gehen, bleibt häufig stehen. An der linken Hand und den unteren Extremitäten bilden sich Ödeme. Die Haut ist trocken, glänzend, schuppig, ohne Juckreiz. Nachts und vor Einsetzen der Menstruation ist der Herzschlag beschleunigt, auch bei kleinen Anstrengungen und längerem Stehen. Regelschmerzen sind nur im Liegen zu ertragen, ziehen vom Uterus in den Magen.

Darreichungsformen von Cactus

Man gibt die Urtinktur oder Globuli (auch in Wasser gelöst) in Niedrigpotenzen, bei akuten Beschwerden in halbstündigen Intervallen bis die Symptome sich bessern.

Anwendungsgebiete in der Übersicht

Anwendungsgebiet Beschwerden/Symptome
Durchblutungsstörungen Arterielle Mangeldurchblutung der unteren Extremitäten. Man kann keine längeren Strecken schmerzfrei zurücklegen, ohne Rast einzulegen, beginnt zu hinken (Schaufenster-Krankheit).
Herzbeschwerden Entzündungen des Herzmuskels, Herzstolpern und Herzkrämpfe mit schnürenden Schmerzen (Angina pectoris). Angezeigt auch bei Herzangst.
Menstruationsbeschwerden Die Blutung setzt zu früh ein, ist klumpig und dunkel wie Pech. Gebärmutterkrämpfe, die bis in den Magen ziehen, bei gleichzeitig einschießenden spontanen Schmerzen in der Nierengegend.
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Anwendungsinformationen

Cactus in der Schwangerschaft

Cactus gehört zu den selten verabreichten Mitteln für Schwangere. Es hilft bei der Bewältigung von starken Ängsten, die Beklemmungsgefühle und Herzbeschwerden auslösen. Wichtiger ist die Bedeutung von Cactus grandiflorus während bzw. nach der Geburt. Man gibt es zur Linderung von besonders schmerzhaften Nachwehen und bei Schmerzen in der Rückbildungsphase der Gebärmutter. Auch hier sind andere homöopathische Mittel gebräuchlicher, darunter Magnesium phosphoricum.

Nebenwirkungen von Cactus

Cactus sollte ohne Indikation bzw. passendem Arzneimittelbild sowie bei einer Überempfindlichkeit gegen die Ursubstanz nicht verabreicht werden. Schwangere Patientinnen und Stillmütter sollten die Einnahme des Mittels in jedem Fall zuvor mit ihrem Arzt besprechen.

Cactus Dosierung

Das Mittel wird als Urtinktur oder in niedriger Potenz D3 bei akuten Beschwerden mit fünf Tropfen bzw. Globuli dreimal täglich gereicht. Bei besonders ausgeprägten Beschwerden kann die Dosis auf eine fünfmalige Tagesgabe erhöht werden. Von einer Langzeiteinnahme in der Selbstmedikation ist abzuraten. Hochpotenzen des Mittels erfordern eine vorherige therapeutische Abklärung.

Verbesserung & Verschlechterung

Verbesserung:
  • Frischluft
Verschlechterung:
  • links liegen
  • zwischen 11 und 23 Uhr
  • Berührung
  • körperliche Anstrengung

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Ulrike Schlüter (Heilpraktikerin)
Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin
Inhaltliche Betreuung

Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren intensiv mit der Homöopathie. Eine dreijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie und Fortbildungen unter anderem in Kinderhomöopathie und gemütsorientierter Homöopathie runden mein Wissen ab. Ich bin als Heilpraktikerin in eigener Praxis - mit den Schwerpunkten Homöopathie und psychosomatische Erkrankungen - tätig. Neben der Therapie ist es mir ein großes Anliegen, mein Wissen und meine Faszination für die Homöopathie weiterzugeben.


Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!