Sticta pulmonaria

Deutsche Bezeichnung: Lungenmoos, Lungenflechte

Stoffart: Heilpflanze

Typische Potenzen: Sticta wird häufig in den Potenzen D6 und C12 angewendet, seltener in der Potenz C5.

Das Lungenmoos wächst weltweit auf Bäumen, vorzugsweise auf Ahorn, Buchen und Eichen. Die ausladende grünbraune bis rostfarbene Flechte benötigt viel Feuchtigkeit zum Gedeihen und bevorzugt Gebiete mit klarer Luft. Sie enthält neben Bitter- und Schleimstoffen auch Sictinsäure, Arabit und Nuclease.

Zur Herstellung der homöopathischen Urtinktur wird Sticta pulmonaria vom Zuckerahorn in Amerika geerntet, getrocknet und dann aufbereitet.

Anwendung von Sticta pulmonaria

Sticta pulmonaria wirkt auf die oberen Atemwege. Es findet Anwendung bei Husten, Kehlkopfentzündungen und Schnupfen. Das Mittel hat eine ausgleichende Wirkung auf ausgetrocknete Schleimhäute, so dass es vorzugsweise bei trockenem Husten und verstopfter Nase eingesetzt wird. Sticta wird auch zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden und Gelenkentzündungen verordnet

Erscheinungsbild

Sticta-Patienten gelten als sehr redselig, werden oft als geschwätzig bezeichnet. Sie haben das Gefühl, als würde ihre Zunge nicht stillhalten können, plappern dabei unzusammenhängende Dinge, sind unkonzentriert. Ein Gefühl des Schwebens über dem Boden bei gleichzeitigem Schweregefühl ist charakteristisch. Die Extremitäten sind ruhelos, es kommt zu Gliederreißen und schmerzhaften Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Die Patienten berichten über morgendlichen Schwindel mit unangenehmem Druck zwischen den Augen bzw. Stirnkopfschmerz. Die Augen schmerzen beim Umhersehen und beim Lidschluss.

Zu den typischen Sticta-Patienten gehören Allergiker. Die Nase ist verstopft, die Nasenschleimhäute gereizt, es fließt kein Sekret, man muss ständig niesen, insbesondere nachts, kann nicht riechen. Man leidet an trockenem Reizhusten und Schmerzen im Brustkorb. Die Patienten sind häufig von Blasenentzündungen und breiigen Durchfällen betroffen.

Darreichungsform von Sticta pulmonaria

Man reicht Sticta als Globuli bei Bedarf mit ausreichend Wasser.

Anwendungsgebiete in der Übersicht

Anwendungsgebiet Beschwerden/Symptome
Allergie Häufiges Niesen und stark verstopfte Nase wie bei Heuschnupfen. In der Nase bilden sich Krusten. Sekrete können nicht abfließen. Die Nasenschleimhaut ist ausgetrocknet.
Arthritis (Gelenkentzündung) Chronisch entzündete Kniegelenke (Bursitis) und arthritische Beschwerden der kleinen Gelenke. Es zeigen sich rote Flecken über den betroffenen Gelenken.
Erkältung/ Grippe/ fieberhafter Infekt Bei den ersten Anzeichen einer beginnenden Erkältung mit anfänglicher Sekretabsonderung, die im Verlauf immer weniger wird.
Heiserkeit Kitzelhusten beim Reden und Versagen der Stimme.
Husten/ Bronchitis Trockener Reizhusten mit spärlichem Auswurf. Auch bei Krampf-, Krupp- und Keuchhusten sowie bei Masern- und Grippehusten. Geeignet bei chronischer Bronchitis, insbesondere bei älteren Patienten.
Kopfschmerzen/ Migräne Drückender Stirn- oder Schläfenschmerz. Es drückt über der Nasenwurzel. Die Beschwerden verschlimmern sich beim Herunterbeugen des Kopfes, treten meistens nach dem Aufwachen auf.
Rheuma Stark geschwollene, überhitzte und gerötete Gelenke mit ziehenden Schmerzen. Die Beschwerden treten rechts häufiger auf als links. Insbesondere Schultern und Nacken sind betroffen.

Anwendungsinformationen

Sticta pulmonaria Dosierung

Man reicht Sticta pulmonaria beim Auftreten von erkältungs- oder allergiebedingten Atemwegsbeschwerden über einen Zeitraum von 3 Tagen. Anfangs nimmt man 5 Globuli im Zweistundenrhythmus, bei einer merklichen Besserung der Symptome wird die Dosis zunächst auf 5, dann auf 3 Gaben täglich reduziert. Sticta kann dabei gut mit Bryonia kombiniert werden.

Sticta pulmonaria Wirkung

Sticta wirkt auf die Atemwege, das zentrale Nervensystem und den Bewegungsapparat.

Sticta pulmonaria in der Schwangerschaft

Das Mittel eignet sich für Schwangere zur Behandlung von trockenem Reizhusten und Erkältungen im Anfangsstadium.

Sticta pulmonaria für das Baby

Sticta kann Babys mit verstopfter Nase gegeben werden. In der Nase bilden sich trockene Krusten. Bei nächtlichem, trockenem Husten kann Sticta gegeben werden, wenn das Einatmen einen Hustenreiz auslöst. Die Kinder ziehen sich die Bettdecke komplett über den Körper und den Kopf, um warme Luft einatmen zu können.

Sticta pulmonaroa für Hund, Pferd und Katze

Das homöopathische Sticta wir bei Tieren mit absteigenden Atemwegsinfekten eingesetzt. Durch das Einatmen kalter Luft, wird ein trockener Husten ausgelöst. Besonders während der Nacht, aber auch mehrmals täglich treten die trockenen und bellenden Hustenanfälle auf.

Nebenwirkungen von Sticta pulmonaria

Abgesehen von einer kurzen Erstverschlimmerung sind keine Nebenwirkungen bekannt. Das Mittel ist auch für Kinder geeignet.

Verbesserung & Verschlechterung

Verbesserung:
  • Frischluft
  • Aufsetzen
  • Herumgehen
Verschlechterung:
  • Abends und nachts
  • Trockene Luft
  • Temperaturschwankungen

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Ulrike Schlüter (Heilpraktikerin)
Autorin: Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin

Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren intensiv mit der Homöopathie. Eine dreijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie und Fortbildungen unter anderem in Kinderhomöopathie und gemütsorientierter Homöopathie runden mein Wissen ab. Ich bin als Heilpraktikerin in eigener Praxis - mit den Schwerpunkten Homöopathie und psychosomatische Erkrankungen - tätig. Neben der Therapie ist es mir ein großes Anliegen, mein Wissen und meine Faszination für die Homöopathie weiterzugeben.


Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!