Sulfur

Deutsche Bezeichnung: Schwefel

Hauptanwendungsgebiete: Hautausschläge, Magenschmerzen, Durchfall, grippale Infekte, Frauenbeschwerden, Kopfschmerzen, Asthma, übermäßiges Schwitzen

Stoffart: Mineral Schwefel

Typische Potenzen: Sulfur wird vor allem in den Potenzen D6, D12, C30 und C200 verordnet.

Sulfur, der Schwefel, kommt weltweit in der Nähe heißer Quellen oder Vulkankrater vor. Den charakteristischen Gelbton zeigen allerdings nur die kleinen Kristalle, die sich aus schwefelreichen Gasen auf der Oberfläche verschiedener Gesteinsarten bilden; größere Kristalle sind farblos durchscheinend und weisen einen harzig-fettigen Glanz auf. In sehr seltenen Fällen lagert sich Schwefel in reiner Form ab und erscheint in Form so genannter Schwefelblüten. Beide Formen werden zur Produktion von Schwefelsäure, Farbstoffen, Insektiziden, Fungiziden oder Kunstdünger sowie in der pharmazeutischen Industrie genutzt. In der Nahrungsmittelverarbeitung kommt Schwefel als Konservierungsstoff für Wein und Trockenobst zum Einsatz. In der Antike war Schwefel als "der Stein, der brennt" bekannt; seine Dämpfe reinigten Raumluft und Atemwege gleichermaßen.

In der chinesischen Medizin galt er als bewährtes Mittel gegen jede Art von (Haut-) Unreinheiten. Dieser Nutzen wurde in die westliche Heilkunde übernommen; hier kam er außerdem als blut- und darmreinigender Sirup für Kinder zur Anwendung. Um das homöopathische Mittel Sulfur zu gewinnen, wird Schwefel chemisch gereinigt und anschließend mit Milchzucker verrieben. Das so entstehende Pulver kann in Wasser und Alkohol gelöst werden.

Anwendung von Sulfur

Entsprechend der seit Jahrhunderten gebräuchlichen Anwendung kommt Schwefel als Desinfektions- und Abführmittel sowie zur Behandlung von Hautproblemen, Atemwegserkrankungen und leichteren rheumatischen Beschwerden zum Einsatz. Beispiele hierfür sind alle Formen von Hautveränderungen wie Akne, Ekzeme, Schuppenflechte, Herpes, Windpocken, Cellulitis oder Furunkel; Verdauungsstörungen mit brennenden Schmerzen, Aufstoßen, Blähungen, Erbrechen und Durchfall; Menstruations- und Erektionsstörungen, Genitalschmerzen und Blasenentzündungen sowie Erkältungen mit zähem, übelriechendem Schleim, die sich leicht zur Bronchitis ausweiten und Schmerzen im Brustraum verursachen.

Die genannten Beschwerden nehmen gegen 11:00 Uhr, abends und nach Mitternacht sowie in Bettwärme und feuchter Hitze oder durch Stehen und Waschen zu. Bei warmem, trockenem Wetter, nach Ausscheidungen und durch Liegen auf der rechten Körperseite tritt Besserung ein.

Erscheinungsbild von Sulfur

Der US-amerikanische Homöopath Kent beschrieb den typischen Schwefel-Patienten seinerzeit als "Philosoph in Lumpen" und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Sulfur ist ein phantasievoller, findiger Mensch, der jedoch absolut unfähig ist, seine Kreativität in zielführende Bahnen zu lenken. Da er sich grundsätzlich nur für die Dinge interessiert, die ihm wichtig erscheinen, wirkt er egozentrisch und faul.

Das äußere Erscheinungsbild ist von hängenden Schultern, einer laschen Körperhaltung und nachlässiger Kleidung geprägt. Sulfur leidet unter Hautunreinheiten, wundmachenden Ausflüssen, unangenehmem Körpergeruch und brennendem Schmerzempfinden. Trotz seiner ausgeprägten Abneigung, sich zu waschen oder Ordnung zu halten, ekelt er sich vor dem Schmutz und den Gerüchen anderer.

Darreichungsformen von Sulfur

Sulfur wird in Potenzen zwischen D6, D12, C30 und C200 verabreicht.

Anwendungsgebiete in der Übersicht

Anwendungsgebiet Beschwerden/Symptome
Abnehmen Eindämmung des Hungergefühls / Appetitzügler allgemein
Akne bei Akne vulgaris mit vielen eitrigen, juckenden Pickeln.
Appetit, vermehrt großes Verlangen nach Süßigkeiten und stark gewürzten Speisen. Schlechte Verträglichkeit von Milchprodukten. Heißhunger gegen 11 Uhr verbunden mit körperlichem Schwächegefühl.
Brustschmerzen bei Erkältung und Husten stechende Schmerzen im Brust- und Halsbereich. Neigung zu häufigen Erkältungen und Katarrhen der oberen Luftwege, die mit Brustschmerzen verbunden sind.
Durchfall chronischer Durchfall, der häufig morgens auftritt. Er hat eine gelbliche Färbung und einen sauren Geruch.
Gerstenkorn immer wiederkehrende Gerstenkörner mit anhaltender entzündlicher Verhärtung. Man reibt sich ständig die Augen. Wärme wird nicht vertragen, bei Kälte verbessen sich die Beschwerden.
Haarausfall Haarausfall bei Schuppen, übermäßiger Talgproduktion und Hautausschlägen der Kopfhaut oder des Haaransatzes. Auch bei Nebenwirkungen ausgelöst durch Hormone oder Chemotherapie.
Hämorrhoiden bei brennenden und juckenden Hämorrhoiden. Der After ist wund und rot. Die Beschwerden verschlechtern sich bei Wärme.
Hautausschlag/ Ekzem, eher trocken bei trockenen Ekzemen, Psoriasis und Neurodermitis. Die Hautausschläge brennen und sind trocken, dabei jucken sie sehr stark. Häufig bei Patienten, die zu unreiner Haut und zu übel riechenden Ausscheidungen neigen.
Herbstdepression Übermäßige Schläfrigkeit und Abgeschlagenheit, starke Angst- und Verlustgefühle D30, einmal täglich, bei akuter Symptomatik D12 fünfmal täglich
Körpergeruch/ Schweiß sauer riechender Schweiß häufig in Verbindung mit unreiner, juckender Haut und starken Schweißfüßen. Patient ist empfindlich gegen Wasser.
Sodbrennen/ saures Aufstoßen saures Aufstoßen besonders heftig nach Milch und Brot, aber auch morgens in nüchternem Zustand sowie nach jedem Trinken. Patient hat allgemein zuviel Magensäure.
Verstopfung (Obstipation) erfolgloser Stuhldrang. Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Stuhl ist hart und dunkel, häufig mit übelriechenden Blähungen, wundem After, Hämorrhoiden oder Einrissen.
Wechseljahrbeschwerden (Klimakteriumsbeschwerden) mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, rotem Gesicht und der Neigung zu Ohnmacht oder Schwächeanfällen. Häufig Hautprobleme durch trockene, schuppige oder unreine Haut. Besonders nachts heiße Füße. Patientin neigt zu Melancholie.
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Anwendungsinformationen

Sulfur Dosierung

Die zu behandelnde Grunderkrankungen gibt vor, wie oft und in welcher Potenz Sulfur in der Schwangerschaft eingenommen werden kann. Treten die Beschwerden akut oder erstmals auf, empfiehlt sich die dreimalige Gabe von 5 Globuli D12 oder D6 innerhalb einer halben Stunde. Bei Hämorrhoiden gibt man bei den ersten Anzeichen zunächst einmalig diese Dosierung. Anschließend reicht man je nach Intensität der Beschwerden drei- bis fünfmal täglich 5 Globuli. Gegen Pilzerkrankungen werden über einem Zeitraum von fünf Tagen 5 Globuli D6 dreimal täglich eingenommen.

Sulfur in der Schwangerschaft

Kommt es in der Schwangerschaft zu Hämorrhoiden, können diese mit Sulfur behandelt werden. Das Mittel eignet sich, um Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen zu lindern. Es kann eingesetzt werden bei Sodbrennen und Reflux-Beschwerden, welche häufig mit Fortschreien der Schwangerschaft auftreten. Tritt bei Schwangeren ein Vaginalpilz auf, kann dieser mit Sulfur homöopathisch behandelt werden.

Sulfur für das Baby

Sulfur kann hilfreich für Babys sein, die sehr früh und nach Komplikationen auf die Welt gekommen sind. Besonders Babys, die eine Intensivtherapie nach Frühgeburt erfahren haben, können von Sulfur profitieren.

Babys, die Sulfur benötigen, zeigen schon sehr früh Milchschorf und Hautausschläge, die offensichtlich stark jucken. Die Babys kratzen sich, bis es blutet.

Sulfur wird häufig eingesetzt, wenn Babys mit Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Kuhmilch reagieren. Wenn die Mutter Kohlgerichte gegessen hat, reagieren die Babys mit Bauchkrämpfen.

Das homöopathische Mittel wird in der Behandlung von Windeldermatitis eingesetzt. Der Po ist wund und knallrot.
Das ältere Kind profitiert von Sulfur bei Husten, Durchfall und Juckreiz.

Sulfur für Hund, Pferd und Katze

Das homöopathische Sulfur gilt als bewährtes Mittel für wasserscheue Pferde. Wasser wird gemieden, wo es nur geht. Die Pferde verweigern den Sprung über den Wassergraben und weichen sogar Pfützen aus.

Sulfur wird bei allen juckenden Hautausschlägen von Tieren gegeben.

Nebenwirkungen von Sulfur

Es sind keine Nebenwirkungen bekannt, die eine Einnahme von Sulfur während der Schwangerschaft einschränken.

Verbesserung & Verschlechterung

Verbesserung:
  • Anstrengung
  • Bewegung
  • frische Luft
  • rechts liegen
  • sich aufdecken
  • warmes Wetter
Verschlechterung:
  • am Vormittag und am Abend
  • beim Aufstehen
  • beim Liegen
  • beim sich waschen
  • Bettwärme
  • durch Nässe
  • im Stehen
  • kurz vor dem Mittagessen
  • Süßigkeiten
  • trockene Haut

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Ulrike Schlüter (Heilpraktikerin)
Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin
Inhaltliche Betreuung

Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren intensiv mit der Homöopathie. Eine dreijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie und Fortbildungen unter anderem in Kinderhomöopathie und gemütsorientierter Homöopathie runden mein Wissen ab. Ich bin als Heilpraktikerin in eigener Praxis - mit den Schwerpunkten Homöopathie und psychosomatische Erkrankungen - tätig. Neben der Therapie ist es mir ein großes Anliegen, mein Wissen und meine Faszination für die Homöopathie weiterzugeben.


Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!