Potenzierung in der Homöopathie

Um auch höchst giftige Stoffe bedenkenlos in der Homöopathie anwenden zu können, ohne dass Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen auftreten, müssen die Substanzen stark verdünnt werden. Hahnemann bezeichnete diese Art der Verdünnung als Potenzieren. Dabei gilt: Je stärker ein Mittel potenziert wird, umso sanfter und sicherer, aber auch schneller entfaltet dieses seine Wirkung. Insgesamt handelt es sich bei der Potenzierung um einen aufwendigen Verdünnungsprozess, der in verschiedenen Stufen durchgeführt wird und bei dem die Substanzen schrittweise verdünnt, verschüttelt und verrieben werden.

Potenzen im Überblick

Generell lässt sich sagen, dass die Homöopathie die folgenden Potenzierungsstufen unterscheidet:

  • D-Potenz (Dezimal) mit einer Verdünnung von 1:10
  • C-Potenz (Centisimal) mit einer Verdünnung von 1:100
  • LM- (oder Q-) Potenz (Quinquagintamillesimal) mit einer Verdünnung von 1:50.000

Diese Potenzen gibt es jeweils von der ersten bis zur zweihundersten Verdünnung und höher. Bei der Potenzierung wird immer von der Urtinktur ausgegangen. Möchte man beispielsweise ein Mittel in der C-Potenz herstellen, nimmt man einen Tropfen der Urtinktur, welcher mit 99 Tropfen Alkohol verdünnt und darauf zehn Mal verschüttelt wird. Somit erhält man die C1-Potenz. Für eine C2-Potenz nimmt man wiederum von der C1-Potenz einen Tropfen, verdünnt diesen mit 99 Tropfen Alkohol und verschüttelt es zehn Mal. So wird ein Mittel in der C8-Potenz acht Mal im Verhältnis 1:100 verdünnt und jeweils nach jeder Stufe zehn Mal verschüttelt. Für den Erhalt einer D-Potenz würde ein Mittel dann im Verhältnis 1:10 verdünnt und entsprechend verschüttelt werden.

Niedrig- und Hochpotenzen

Die einzelnen Potenzen eines Mittels haben verschiedene Wirkungen, so dass ein erfahrener Homöopath bestimmte Krankheitsbilder mit der gezielten Potenz-Wahl eines Mittels beeinflussen kann.

Mittel mit einer Potenz von D3-D12 bzw. C3-C12 werden auch als Niedrigpotenzen bezeichnet. Diese wirken vor allem auf körperlicher Ebene und eigenen sich bei leichteren, akuten Beschwerden wie beispielsweise einer Erkältung. Aufgrund dessen eignen sich die Niedrigpotenzen auch optimal zur Selbstbehandlung.

Zu den mittleren Potenzen zählen die Mittel bis D30 oder C30. Diese entfalten sowohl auf körperlicher als auch auf energetischer Ebene ihre Wirkung. Diese Potenzen werden bei psychosomatischen Erkrankungen angezeigt, da die Mittel zum einen auf die geistige Ursache und zum anderen auf die körperlichen Beschwerden einwirken.

Als Hochpotenzen werden Mittel ab der D30- bzw. C-30 Potenz und die LM-/Q-Potenzen bezeichnet. Diese behandeln geistige Zustände und wirken schnell und tief, aber sanft. Allerdings wirken diese Mitteln nur, wenn sie genau zu den entsprechenden Krankheitssymptomen passen. Hochpotenzen werden sehr häufig von erfahrenen und klassischen Homöopathen angewendet. Zur Selbstmedikation sind sie nicht geeignet.

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Ulrike Schlüter (Heilpraktikerin)
Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin
Inhaltliche Betreuung

Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren intensiv mit der Homöopathie. Eine dreijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie und Fortbildungen unter anderem in Kinderhomöopathie und gemütsorientierter Homöopathie runden mein Wissen ab. Ich bin als Heilpraktikerin in eigener Praxis - mit den Schwerpunkten Homöopathie und psychosomatische Erkrankungen - tätig. Neben der Therapie ist es mir ein großes Anliegen, mein Wissen und meine Faszination für die Homöopathie weiterzugeben.


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Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!