Fragen und Antworten zur Homöopathie

Finden Sie hier eine Auflistung der Fragen, die öfter im Zusammenhang mit der Homöopathie gestellt werden. Unterteilt werden die Fragen in:

  • Wirkung
  • Einnahme
  • Behandlung
  • Nebenwirkungen / Erstverschlimmerung

Wirkung

Wann wirken homöopathische Mittel?

Die Wirkung richtet sich nach Krankheitsbild und Mittelwahl. Je höher die Übereinstimmung der Beschwerden mit dem Arzneimittelbild, umso schneller wirkt das Mittel. Erfahrungsgemäß zeigen niedrige und mittlere Potenzen eine schnellere Wirksamkeit.

Wie schnell ist mit einer Wirkung zu rechnen?

Die Wirkung eines homöopathischen Mittels hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, zum Beispiel ob die Symptome schon länger bestehen oder erst kürzlich aufgetreten sind, ob akute oder chronische Beschwerden vorliegen. Grundsätzlich gilt jedoch die Faustregel: Je akuter die Beschwerden, desto schneller wirkt das Mittel. Sind die Beschwerden hingegen schon länger andauernd und scheinen eher unbedenklich, kann es einige Zeit dauern, ehe die gewünschte Wirkung eintritt.

Kann die Einnahme sowie die Aufbewahrung der homöopathischen Mittel deren Wirksamkeit beeinflussen?

Die Wirksamkeit eines homöopathischen Mittels hängt immer auch davon ab, wie es gelagert bzw. eingenommen wird. Aus diesem Grund sollte es stets kühl und an einem dunklen Ort aufbewahrt werden. Auch das Lagern neben stark riechenden Parfums oder ätherischen Ölen ist nicht zu empfehlen. Des Weiteren sollten homöopathische Mittel vor zu starker Hitze, direkter Sonneneinstrahlung, Magnetfeldern, Röntgenstrahlen sowie vor Wellen und Strahlungen von Handys oder Funkgeräten ferngehalten werden.

Bezüglich der Einnahme wird das homöopathische Mittel idealerweise direkt auf die Zunge gegeben oder mit einem Plastiklöffel eingenommen. Zudem empfiehlt es sich, vor und nach der Einnahme eine Weile auf Essen und Trinken, Zähneputzen sowie Tabak- und Kaffeekonsum zu verzichten, denn die Mundschleimhaut, über die das Mittel aufgenommen wird, sollte für eine optimale Wirkung frei von fremden Geschmacksstoffen sein.

Einnahme

Ist es möglich, mehrere homöopathische Mittel gleichzeitig einzunehmen?

Am optimalsten ist es, wenn nur ein homöopathisches Mittel dargereicht wird. Da es jedoch sein kann, dass für ein auftretendes Symptom mehrere Mittel passen, können auch zwei bis drei Mittel eingenommen werden. Hierbei empfiehlt sich zwischen den Gaben der einzelnen Mittel ein zeitlicher Abstand von 15 bis 30 Minuten.

Was passiert, wenn ein falsches homöopathisches Mittel eingenommen wurde?

Die Gabe des falschen Mittels schadet nicht, wird aber auch nicht helfen. Auch hier gilt: Die Symptome erneut überprüfen, vielleicht ist ein anderes Mittel passender.

Wie lange sollte man homöopathische Mittel nehmen?

Homöopathische Arzneien werden nur so lange eingenommen, bis die Symptome erkennbar rückläufig bzw. gänzlich abgeklungen sind. Oft reicht hier eine einzige Gabe.

In welcher Potenz wendet man Homöopathie an?

Um akute Krankheitszustände und rein körperliche Symptome zu behandeln, wählt man niedrige Potenzen bis D12. Mit Mittelpotenzen bis D30 behandelt man vorwiegend psychosomatische Krankheitsbilder. Hohe Potenzen über D30 eignen sich bei chronischen Beschwerden und zur Konstitutionstherapie.

Behandlung

Für wen eignet sich die Homöopathie?

Grundsätzlich eignen sich homöopathische Mittel für alle Altersgruppen, egal ob Säugling, Kleinkind oder Personen im höheren Alter. Wichtig ist, eine an das Alter angepasste Dosierung zu geben. Im Übrigen können selbst Haustiere bei Beschwerden homöopathisch behandelt werden.

Können auch Kinder und Schwangere mit homöopathischen Mittel behandelt werden?

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder können mit einem empfohlenen Mittel behandelt werden. Dabei ist allerdings auf die richtige Dosierung zu achten. Außerdem sollten aufgrund des Alkoholgehalts keine Tropfen gegeben werden. Vielmehr empfehlen sich bei dieser Altersgruppe die auf Zuckerbasis hergestellten Globuli.
Schwangere sollte vor der Einnahme homöopathischer Mittel Rücksprache mit einem Arzt oder Homöopathen halten.

Wann empfiehlt es sich, einen Homöopathen aufzusuchen?

In folgenden Fällen empfiehlt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren:

  • bei sehr akuten oder ungewöhnlichen Krankheitssymptomen
  • wenn bestehende Krankheitssymptome nicht besser werden oder sich gar verschlechtern
  • bei chronischen oder wiederholt auftretenden Krankheiten sowie bei Krankheiten, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen

Homöopathische Mittel können sehr vielseitig angewendet werden und zahlreiche Beschwerden und Erkrankungen behandeln. Dies erfordert jedoch häufig ein qualifiziertes homöopathisches Wissen, um in Abhängigkeit eines Patienten mit seinem individuellen Krankheitsfall das passendste Mittel zu finden.

Was ist während der homöopathischen Behandlung zu beachten?

Damit die homöopathischen Mittel ihre volle Wirkung entfalten können, gilt es bei der Behandlung einige Dinge zu beachten. So sollte auf verschiedene Genussmittel verzichtet bzw. deren Konsum eingeschränkt werden. Hierzu zählen zum Beispiel übermäßiger Tabak- und Kaffeegenuss, Alkohol, Energiedrinks, aber auch ätherische Öle oder mentholhaltige Zahnpasta. Auch ist darauf zu achten, sich gesund zu ernähren und Unruhe, Lärm oder Stress zu vermeiden. Auch operative Eingriffe, ärztliche Maßnahmen, starke Medikamente oder Zahnbehandlungen können homöopathische Mittel in ihrer Wirkung beeinflussen. Allerdings haben notwendige medizinische Eingriffe Vorrang und sollten entsprechend auch durchgeführt werden.

Wann dürfen homöopathische Präparate nicht angewendet werden?

Auch, wenn die Homöopathie sehr vielseitig in ihrer Anwendung ist, dürfen die Mittel bei bestimmten Erkrankungen nicht angewendet werden. Hierzu zählen Erkrankungen, die eine Substitutionstherapie (dem Körper werden aufgrund einer Funktionsschwäche eines Organs äußerlich Substanzen zugeführt, die dieser normalerweise selber bilden kann) erfordern wie beispielsweise Diabetes mellitus. Auch akute und schwere Krankheitszustände wie ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder ein allergischer Schock gehören in die Hände von Ärzten. Darüber hinaus dürfen auch alle Krankheiten, die mit Veränderungen sowie Einschränkungen an Organen oder Geweben einhergehen, ebenso wie unheilbare oder lebensbedrohliche Krankheiten nicht mit homöopathischen Präparaten behandelt werden.

Welches homöopathische Mittel ist das richtige?

Bei der Wahl des Mittels konzentriert man sich zunächst auf die bestehenden Symptome und vergleicht diese mit dem Arzneimittelbild. Man bevorzugt das Mittel mit den meisten Parallelen und wählt erst dann die Potenz aus.

Nebenwirkungen / Erstverschlimmerung

Mit welcher Reaktion ist nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels zu rechnen?

Hilft das eingenommene homöopathische Mittel, so tritt sowohl eine körperliche als auch psychische Besserung ein. Möglicherweise kann es nach der Einnahme eines Mittels zunächst zu einer Verschlimmerung der Krankheitssymptome kommen. Diese so genannte Erstreaktion ist nur von kurzer Dauer und ungefährlich. Vielmehr ist es als positiv zu betrachten, da dies ein Zeichen dafür ist, dass die körpereigenen Abwehrkräfte angeregt werden. Bis zur nächste Gabe eines Mittels sollte gewartet werden, bis die Erstreaktion nachgelassen hat. Danach tritt eine allgemeine Verbesserung ein und die aufgetretenen Krankheitssymptome verschwinden. Für gewöhnlich gilt: Umso akuter und heftiger die Beschwerden, desto schneller hilft das Mittel. Ist der Zustand hingegen schon länger andauernd und erscheint unbedenklich, dauert es in der Regel länger, ehe das homöopathische Mittel wirkt und den entsprechenden Zustand verbessert.

Zeigt die Anwendung eines Mittels keinerlei Wirkung, war dieses nicht die richtige Wahl. Dementsprechend sollten die auftretenden Krankheitssymptome nochmals überprüft und mit dem gegebenen Mittel abgeglichen werden. Möglicherweise ist ein anderes Mittel passender. Wirkt das Mittel zu Beginn der Einnahme, später aber nicht mehr, sollten ebenfalls die Symptome ebenfalls überprüft werden. Es kann vorkommen, dass sich diese während der Behandlung ändern und somit ein anderes Mittel eingesetzt werden muss.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Grundsätzlich treten in der Homöopathie keine Nebenwirkungen auf. Häufig betrachten Homöopathen die vorübergehende Verstärkung der Krankheitssymptome (Erstreaktion) nach der Einnahme eines Mittels als Nebenwirkung, obwohl diese Erstverschlimmerung vielmehr ein Hinweis auf die Gabe des passenden und richtigen Mittels ist.

Wie lange dauert die Erstverschlimmerung in der Homöopathie?

Die Erstverschlimmerung kann sich über wenige Minuten bis zu einigen Stunden erstrecken. Beobachtet man die Reaktion über Tage hinweg, ist das gewählte Mittel nicht passend zum Krankheitsbild und sollte abgesetzt bzw. gewechselt werden.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln?

Wechselwirkungen wie es sie bei pharmazeutischen Arzneimitteln gibt, sind nicht bekannt. Einige homöopathische Mittel können sogar eine Behandlung mit herkömmlichen Arzneimitteln sinnvoll ergänzen. Allerdings ist zu beachten, dass bestimmte Genussmittel wie Alkohol, Nikotin oder koffeinhaltige Getränke die Wirkung eines homöopathischen Mittels beeinflussen kann. Auch ätherische Öle wie Pfefferminz, Kampfer oder Menthol sowie eine allgemein ungesunde Lebensweise und einige äußere Faktoren (Hitze, elektrische Geräte etc.) können eine erfolgreiche Behandlung mit einem homöopathischen Mittel beeinträchtigen.

Zum Weiterlesen:

Ulrike Schlüter (Heilpraktikerin)
Autorin: Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin

Ich beschäftige mich seit fast 20 Jahren intensiv mit der Homöopathie. Eine dreijährige Ausbildung in klassischer Homöopathie und Fortbildungen unter anderem in Kinderhomöopathie und gemütsorientierter Homöopathie runden mein Wissen ab. Ich bin als Heilpraktikerin in eigener Praxis - mit den Schwerpunkten Homöopathie und psychosomatische Erkrankungen - tätig. Neben der Therapie ist es mir ein großes Anliegen, mein Wissen und meine Faszination für die Homöopathie weiterzugeben.


Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen, Arzt oder Apotheker!